Buchchiffren

BuchchiffrenIn diesem Teilprogramm können Sie zwei verschiedene Buchchiffren verwenden, das Augustus-Verfahren und die Bacon-Chiffre.

Augustus-Verfahren

In seiner Autobiografie beschreibt der römische Kaiser Tiberius Claudius Nero Germanicus (10 v.u.Z.-54 u.Z.) ein Verschlüsselungsverfahren, dass von Augustus (Gaius Octavius, 63 v.u.Z.-14 u.Z.) verwendet worden sein soll.
Grundlage der Methode ist das Cäsar-Verfahren. Allerdings wird nicht jeder Buchstabe um den gleichen Wert im Alphabet zyklisch verschoben.

Vielmehr nutzt Augustus zur Festlegung der Codes die Buchstabenfolge eines von ihm gewählten Buches.
Der erste Buchstabe des Klartextes wird damit mit dem ersten Buchstaben des Buches verknüpft, ebenso die zweiten, dritten usw. Als Geheimtext wird die Differenz der Positionen beider Buchstaben im Alphabet notiert. Ist die Differenz negativ wird 26 addiert.
Zur Dekodierung muss dann ein Zeichen des Geheimtextes nur um die entsprechende Differenz verringert werden, evtl. plus 26.

Mit der Verwendung eines unterschiedlichen Codes für jedes Zeichen wird das Verfahren polyalphabetisch und ähnelt dem Prinzip des Vigenere-Codes, der erst Jahrhunderte Jahre später entwickelt wurde.

In einer modernen Erweiterung werden alle darstellbarenZeichen, inkl. Ziffern und Sonderzeichen, betrachtet. In diesem Fall wird dasAugustus-Verfahren durchaus schwierig zu knacken, vorausgesetzt der Codetextist nicht bekannt. Diese Variante wird hier im Programm demonstriert.

Im Programmfenster finden Sie drei Textbereiche. Im ersten (Originaltext) können Sie einen Text eingeben oder diesen über die kleinen Schalter von der Festplatte laden.

Der Bereich Codetext kann einen vorbereiteten Text aufnehmen, der für die Verschlüsselung und Entschlüsselung genutzt wird. In der aufklappbaren Liste finden Sie acht vordefinierte Texte.

Klicken Sie auf den Schalter Verschlüsseln, wird die Augustus-Chiffre angewendet. Den Geheimtext können Sie auf der Festplatte speichern und zu gegebenem Zeitpunkt wieder laden.
Für das Entschlüsseln eines
Geheimtextes laden Sie diesen unter Verschlüsselter Text und verfahren
entsprechend weiter.

Bacon-Chiffre

Die Bacon-Chiffre wurde von Francis Bacon (1561-1626) entwickelt und stellt ein Steganographieverfahren dar und ist eine der ersten Anwendungen des Binärsystems in Europa.

Jedem Buchstaben des Klartextes wird ein fünfstelliger Code zugeordnet:

Buchstabe Code Buchstabe Code Buchstabe Code
A aaaaa I,J abaaa R baaaa
B aaaab K abaab S baaab
C aaaba L ababa T baaba
D aaabb M ababb U,V baabb
E aabaa N abbaa W babaa
F aabab O abbab X babab
G aabba P abbba Y babba
H aabbb Q abbbb Z babbb

Das Wort „Mathe“ wäre kodiert: „ababb aaaaa baaba aabbb aabaa“. Diese Kodierung wird anschließend in einem Text versteckt. Dazu existieren mehrere Möglichkeiten.

1.Möglichkeit: Für die einzelnen Buchstaben eines Textes werden zwei unterschiedliche Schriftarten verwendet. Eine Schriftart steht für den Buchstaben a, die andere für den Buchstaben b.
Francis Bacon entwickelte dazu eine Handschrift aus 21 Zeichen, die für jeden Groß- und Kleinbuchstaben zwei unterschiedliche Darstellungen enthielt.

2.Möglichkeit: Im Text werden alle „a“ als Kleinbuchstaben und die „b“ als Großbuchstaben geschrieben.
Die Kodierung des Wortes „Mathe“ ergibt dann zum Beispiel:
            „dAs HÖchste LebEn isT MAthEmatik.“

In diesem Teilprogramm wird die zweite Möglichkeit umgesetzt.
Im Programmfenster finden Sie drei Textbereiche. Im ersten (Originaltext) können Sie einen Text eingeben oder diesen über die kleinen Schalter von der Festplatte laden.

Der Bereich Codetext kann einen vorbereiteten Text aufnehmen, der für die Verschlüsselung und Entschlüsselung genutzt wird. In der aufklappbaren Liste finden Sie acht vordefinierte Texte. Klicken Sie auf den Schalter Verschlüsseln, wird die Bacon-Chiffre angewendet. Den Geheimtext können Sie auf der Festplatte speichern und zu gegebenem Zeitpunkt wieder laden.
Für das Entschlüsseln eines Geheimtextes laden Sie diesen unter Verschlüsselter Text. Zum Entschlüsseln benötigen Sie den Codetext jedoch nicht, da dieser ja im Geheimtext enthalten ist.