DAX-Entwicklung

„Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit,
wie die Natur vor der Leere.
Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn.

Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden;
20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig;

für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß;
300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert,
selbst auf Gefahr des Galgens.“

P.J. Dunning (1860)

DAX-EntwicklungDer DAX ist der wichtigste Deutsche Aktienindex. Er stellt die Entwicklung der 30 umsatzstärksten, an der Frankfurter Wertpapierbörse gelisteten Konzerne dar.

Durch Maßnahmen verschiedener Regierungen, gleichgültig ob SPD-Grüne, CDU-SPD oder CDU-FDP, wurden in den letzten Jahren fragwürdige Spekulationsmöglichkeiten an der Börse geschaffen, die letzten Endes zur weltweiten Banken- und Finanzkrise wesentlich beitrugen.

Unter anderem kann man nun auf die tägliche Entwicklung des DAX wetten und theoretisch Gewinne erzielen, wenn der DAX fällt.
Erwirbt man sogenannte Scheine zu einem bestimmten Einkaufspreis und der DAX fällt, so steigt der Preis des Scheins je gefallenen DAX-Punkt um 1 Cent. Verkauft man zum „richtigen“ Zeitpunkt, so kann man erhebliche Gewinne erzielen.

Hätte man zum Beispiel am 21. Januar 2008, dem Tag mit dem höchsten DAX-Verfall, 10000 Scheine zu Börsenbeginn erworben und am Ende des Tages wieder verkauft, so hätte man über 50000 € gewonnen; ohne(!) eigene Arbeit oder Leistung, d.h. ohne, dass man tatsächlich irgendeinen Wert für die Gesellschaft erbracht hätte. Praktisch hätte man verschiedenen Aktionären, die an diesem Tag riesige Geldsummen verloren, das Geld einfach abgenommen. In einer zivilisierten Gesellschaft würde man von verbrecherischem Diebstahl sprechen.

Dass dies einem privaten Spekulanten gelingt, ist allerdings nur theoretisch der Fall!
In diesem Teilprogramm wird Ihnen die DAX-Entwicklung angezeigt. Im unteren Fensterteil können Sie vier mathematische Strategien durchrechnen, die genau auf den Wertverlust des DAX spekulieren. Bei jeder Strategie werden zu Börsenbeginn am ersten Tag des Berechnungszeitraums Scheine zu einem gewissen Preise gekauft.
Es wird darauf gewettet, dass der DAX um die Punkte G im Laufe des Tages fällt. Grundstrategie ist

Ist der DAX um G gefallen, wird verkauft und am nächsten Tag die Spekulation neu begonnen.

Da man aber nicht in die Zukunft sehen kann, weiß man nicht, ob der DAX tatsächlich um mindestens G Punkte fällt. Ist dies nicht der Fall, so ergibt sich das Problem, dass man seine Scheine möglichst ohne großen Verlust loswerden muss. Aus diesem Ziel ergeben sich vier Strategien:

  • Es wird solange gewartet, bis irgendwann der DAX um G gefallen ist, selbst wenn dies Wochen oder Monate dauert
  • Es wird maximal x Tage gewartet (die Anzahl der Tage kann eingegeben werden)
  • Es wird immer am Tagesende verkauft
  • Es wird schon verkauft, wenn der DAX so gestiegen ist, dass man y % Verlust hat (y kann eingegeben werden)

Problematisch ist, dass die erworbenen Wertpapiere auch vollkommen verloren gehen können. Beträgt der Preis je Schein z.B. 2,00 € und der DAX steigt um 200 Punkte, ist alles weg!

Zusätzlich für die Berechnung Ihres Gewinns oder Verlusts muss der Preisunterschied für Kauf und Ankauf berücksichtigt werden. Prinzipiell müssen sie beim Verkauf immer mit einem Abschlag rechnen. Außerdem treten Gebühren auf, hier unter Courtage zusammengefasst. Der eingetragene Wert bezieht sich auf die Kosten für einen Ankaufs- und Verkaufsvorgang.

Da die täglichen DAX-Schwankungen im Mittel über 50 Punkten liegen, könnte man annehmen, dass man so bei einer Punktegrenze G von etwa 30 im Laufe der Zeit Gewinn erzielen kann.
Dies ist ein Trugschluss! Testen Sie verschiedene Eingabewerte werden Sie schnell feststellen, dass Sie fast immer verlieren, und zwar hoch!

Der Hauptgrund für dieses scheinbare Paradoxon liegt in der Tatsache, dass man nicht in die „Zukunft sehen“ kann und so keine optimale Methode für das Umgehen mit Verlusten existiert. Außerdem drückt die Courtage Ihren scheinbaren Gewinn kräftig nach unten.

Mit logischen, mathematischen Methoden kann man so nicht Gewinn machen. Der einzige Gewinner ist das entsprechende Geldinstitut, wie zu erwarten!

„Jeder Aktienschwindler weiß, dass das Unwetter einmal einschlagen muss, aber jeder hofft, dass es das Haupt seines Nächsten trifft.
Nach uns die Sintflut, ist der Wahlspruch jedes Kapitalisten.“
Karl Marx

Immer wieder wird von „Börsenfans“ die Aussage getroffen, dass die DAX-Entwicklung gewissen Zyklen folgt.
Unterzieht man die Daten des DAX einer aufwendigen Fourier-Analyse, so kommt, außer „Rauschen“, nichts heraus. Es gibt keine periodisch(!) wiederkehrenden Zyklen, außer der Tatsache, dass mit absoluter Sicherheit irgendwann wieder ein systemimmanenter Börseneinbruch eintritt, nur dessen Datum kann man eben nicht vorhersagen.

Die von Marx beschriebenen zyklischen Krisen des Kapitalismus gefallen zwar nicht jedem, sind aber wissenschaftlich belegt.