Feiertage und Jahrestage

„Ostern ist ein Feiertag und kein Planet.“
Johannes Kepler 1613 auf dem Regensburger Reichstag

Dieses Teilprogramm ermittelt für einen einzugebenden Zeitraum von Jahren chronologisch geordnet Feier- und Gedenktage. Dabei werden neben staatlichen und christlichen auch jüdische und islamische Feiertage ausgewertet.

Beachten Sie bitte, dass aufgrund der Tatsache, dass der islamische Kalender von der Mondbeobachtung abhängig ist, die angegebenen Daten mitunter um ein bis zwei Tage abweichen können.

Markieren Sie das Feld Jahrestag, so werden die „runden“ Jubiläen bedeutender Ereignisse von Mathematik, Physik, Astronomie und Raumfahrt für das eingegebene Jahr ermittelt, darunter runde Geburts- und Sterbedaten von Mathematikern.
Im Nachfolgenden eine Erklärung der christlichen Feiertage:

Lichtmess
christlicher Festtag am 2. Februar zu Ehren des Kindes Jesu im Tempel und Mariä Reinigung. Das christliche Fest sollte ursprünglich vermutlich den Feiertag zur Sühne und Reinigung (Februa) ersetzen, der im antiken Rom Mitte Februar begangen wurde. Das Datum dieses heidnischen Festtages wurde auf den 2. Februar verschoben, den 40. Tag nach Weihnachten. Dieser 40tägige Abstand beruhte auf dem jüdischen Gesetz, das forderte, dass jede Mutter eines männlichen Kindes sich 40 Tage nach der Geburt des Kindes im Tempel einer rituellen Reinigung unterzog. Man glaubt, dass Mariä Lichtmess 541 oder 542 vom byzantinischen Kaiser Justinian I. eingeführt wurde.

Fastnachtszeit, Fasching
Zeitpunkt: jedes Jahr vom Tag nach dem Dreikönigstag bis Aschermittwoch
Die Fastnachtszeit hat ihren Ursprung im Vorabend des Aschermittwochs, dem Beginn der christlichen Fastenzeit. Sie geht nicht auf heidnische Fruchtbarkeitskulte zurück. Vielmehr kam in ihr das Verlangen nach leiblichen Genüssen vor dem Fasten zum Ausdruck.
Ab dem 13. Jahrhundert wurde die Fastnachtszeit auf den Zeitraum vom Donnerstag vor dem Aschermittwoch bis zum Vorabend vom Aschermittwoch verlängert. Der Beginn der heutigen Fastnachtszeit ist nicht, wie landläufig vermutet, der 11.11. An diesem Tag erwachen die Narren, um die Faschingszeit vorzubereiten.

Fastenzeit
Zeitpunkt: jedes Jahr vom Aschermittwoch bis Ostern
Fasten im biblischen Sinn bedeutet, mit den Gaben Gottes und seiner Schöpfung verantwortungsvoll umzugehen und diese maßvoll zu gebrauchen. Die Fastenzeit, deren Endpunkt das Osterfest ist, meint daher nicht den radikalen Verzicht auf bestimmte Konsumgüter oder auch Nahrungsmittel.

Fasten bezieht sich nicht nur auf einen bestimmten Lebensbereich (z.B. Essen) oder eine bestimmte Zeit (z.B. einen Tag in der Woche), wenngleich dies eine gute Hilfe zu einem verantwortlichen Leben sein kann.

In der Zeit der Alten Kirche wurden die Taufbewerber in der Fastenzeit einen beschwerlichen Bußweg geführt, damit sie frei würden von allen heidnischen Bindungen. Dabei stand das Fasten, der Verzicht auf Nahrung, im Vordergrund. Der Bußweg hatte seinen Höhepunkt in der Feier der Osternacht, in der dann die Bewerber getauft wurden.

Unterbrochen wird die Fastenzeit durch die Feier der Sonntage, die nicht als Fastentage begangen werden können. Daher ist die Dauer der Fastenzeit von alters her ohne die Sonntage gezählt worden, und man kommt so auf eine Dauer von 40 Tagen (Quadragesimae). Diese Zahl erinnert an Mose (er blieb 40 Tage auf dem Berg Sinai), Elia (er wanderte 40 Tage durch die Wüste) und Jesus Christus (er fastete 40 Tage, bevor er vom Satan versucht wurde).

Aschermittwoch
Zeitpunkt: jedes Jahr 46 Tage vor Ostersonntag
Der Name dieses Tages entstand dadurch, dass sich die Menschen zum Zeichen der Buße Asche auf ihre Häupter streuten. In der römischen Kirche werden die Gemeindeglieder auch heute noch mit dem Aschekreuz gezeichnet.

Palmsonntag
Zeitpunkt: jedes Jahr sieben Tage vor Ostersonntag
Zur Zeit Jesu wurde ein König oder Feldherr bei seinem Einzug in die Stadt Palmzweige schwingend und jubelnd begrüßt. Als Jesus in Jerusalem einzog, wurde dies auch getan. Allerdings erwartete man einen anderen König als den, der sich am Kreuz offenbaren würde. Beginn der Karwoche die am Karsamstag endet.

Gründonnerstag
Zeitpunkt: jedes Jahr drei Tage vor Ostersonntag
Der Name Gründonnerstag kommt wahrscheinlich von der Bezeichnung ‚Greindonnerstag‘ vom ‚Greinen‘ oder Weinen der Sünder. Gründonnerstag ist der Tag vor der Kreuzigung Jesu. An ihm ereignete sich das Abendmahl und das Gebet in Gethsemane.

Karfreitag
Zeitpunkt: jedes Jahr zwei Tage vor Ostersonntag
Am Karfreitag wurde Jesus gekreuzigt und zu Tode gebracht. Die Bezeichnung ‚Kar‘ könnte vom alten deutschen Wort ‚Kara‘, Trauer, kommen.

Ostersonntag
Zeitpunkt: jedes Jahr am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond
Am Ostersonntag wird die Auferstehung Jesu von den Toten gefeiert. Er ist seit dem 2. Jahrhundert als jährlich wiederkehrendes Fest bezeugt. Der Ostersonntag markiert das Ende der 40tägigen christlichen Fastenzeit, die am Aschermittwoch beginnt. Obwohl das Weihnachtsfest sich mittlerweile zum „Hauptfest“ entwickelt hat, ist Ostern für Christen das wichtigste religiöse Fest.

Die Bezeichnung Ostern leitet sich von Eastre ab, dem angelsächsischen Namen der teutonischen Göttin des Frühlings und der Fruchtbarkeit. Ihr Fest wurde am Tag vor der Frühlings-Tagundnachtgleiche gefeiert. Von den mit diesem Fest verbundenen Bräuchen überdauerte der Osterhase, der ein Symbol der Fruchtbarkeit ist. Auch in anderen Kulturen wurde zu diesem Zeitpunkt der Frühlingsanfang gefeiert.

Nach Markus, Lukas und Matthäus fand die Kreuzigung Jesus am Tag vor dem Sabbat in der Woche des Passahfestes statt. Da Jesus am dritten Tage von den Toten auferstand, wurde das Osterfest der Christen jüdischer Herkunft unmittelbar nach dem Passahfest gefeiert, das nach ihrem babylonischen Mondkalender mit der Vollmondnacht übereinstimmte. Nach dem jüdischen Kalender beginnt ein Monat mit der Sichtung des Neumondes. Damit fällt Vollmond auf den 14. Tag des Monats. Der Abend des Passahfestes fällt also auf den 14. Tag des jüdischen Monats Nisan.

Dadurch fiel der Feiertag in jedem Jahr auf verschiedene Wochentage. Heidenchristen feierten die Auferstehung jedoch am ersten Wochentag, dem Sonntag, nach der Tagundnachtgleiche. Aus der unterschiedlichen Berechnung des Ostertermins ergab sich, dass die christlichen Kirchen im Osten in der Tradition des jüdischen Passahfestes feierten. Die westliche Kirche hingegen legte Ostern auf einen Sonntag.

Um das Osterfest vom jüdischen Passahfest zu trennen, wurde das Osterdatum vom Konzil von Nicäa 325 u.Z. wie folgt definiert. Es ist der Sonntag, der dem vierzehnten Tag nach dem ersten kirchlichen Neumond am oder nach dem 21. März folgt. Wenn Vollmond an einem Sonntag sei und somit mit dem Passahfest zusammentreffe, dann sollte Ostern an dem darauf folgenden Sonntag gefeiert werden. Auf diese Weise wurde ein zeitliches Zusammenfallen des Oster- und des Passahfestes vermieden.

Zu beachten ist zusätzlich, dass der kirchliche Vollmond nicht gleich dem astronomischen Vollmond ist. Der kirchliche Vollmond ist definiert als der 14. Tag nach einem kirchlichen Neumond. Der kirchliche Neumond wird bestimmt nach Tabellen, die auf dem metonischen Zyklus basieren, was rechnerisch mit entsprechenden Algorithmen ohne Tabellen ermittelt werden kann. Im metonischen Zyklus gibt es 235 synodische Monate in 6939,688 Tagen. Da 19 Gregorianische Jahre 6939,6075 Tagen entsprechen, wiederholen sich die Daten der Mondphasen alle 19 Jahre. Ungenauigkeiten über längere Zeitperioden werden dabei mit bestimmten Korrekturen rechnerisch vermieden.

Christi Himmelfahrt
Zeitpunkt: jedes Jahr 39 Tage nach Ostersonntag
Das Fest Christi Himmelfahrt ist als selbständiges Fest erst im 4. Jahrhundert bezeugt, wurde aber schnell zu einem Fest von großem Ansehen, an dem Prozessionen begangen wurden und die Himmelfahrt durch Hochziehen einer Christusfigur veranschaulicht wurde.
Die protestantische Kirche übernahm dieses Fest und behielt teilweise die bildliche Darstellung der Himmelfahrt bei. Erst in der Aufklärung wurde das Fest regelrecht gefährdet, aber es kam höchstens zu Verlegungen auf den Sonntag Exaudi, nicht aber zur Abschaffung des Festtages. Das Wort Jesu: ‚Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott‘ ist nun verwirklicht. Christi Himmelfahrt ist das Fest der Thronbesteigung Christi. Er tritt seine Herrschaft an zur rechten Hand Gottes.

Pfingstfest
Zeitpunkt: jedes Jahr vom Pfingstsonntag bis Pfingstmontag
Das Pfingstfest hat seinen Ursprung im jüdischen Festkalender, wo es zunächst das Fest der Darbringung der Erstlingsfrüchte war. Es wird später als ‚Wochenfest‘ bezeichnet und erst in nachalttestamentlicher Zeit 50 Tage nach dem Passah-Fest angeordnet.
Altisraelitische Gebräuche, germanischer Naturkult und christliche Heilslehre fließen in diesem Fest zusammen. Die Kirche feiert Pfingsten als Fest der Ausgießung des Geistes: Die Apostel hatten sich im Abendmahlsaal versammelt um gemeinsam zu beten. Auch Maria war unter ihnen. Da kam der Heilige Geist unter gewaltigem Sturmesbrausen vom Himmel her und erfüllte das Gemach. Er teilte sich den Aposteln mit und schrieb das Gesetz Christi in ihre Herzen damit sie es zu den Völkern trugen.

Pfingsten hielt im 3. Jahrhundert mit dem gotischen Christentum in das deutsche Donaugebiet und von hier nach Nord- und Westeuropa Einzug. Ursprünglich acht Tage dauernd wurde es im Jahr 1094 auf drei Tage beschränkt und schließlich im 18. Jahrhundert auf die noch heute üblichen zwei Feiertage verkürzt.

Unserem Festnamen liegt die griechische Form ‚Pentekoste‘ – 50 Tage nach Ostern – zugrunde, die ihren Lautstand im italienischen ‚Pentecoste‘ und im französischen ‚Pentecote‘ bewahrt hat. Sie wandelt sich über das gotische ‚Paintekuste‘ und althochdeutsche ‚Fimfchustim‘ in allmählicher Angleichung zum niederdeutschen ‚Pinxten‘ und schließlich zum hochdeutschen ‚Pfingsten‘. Im Rätoromanischen wird der Festname ‚Tschungcheismas‘ vom lateinischen ‚Quinquagesima‘ abzuleiten sein.

Fronleichnam
Zeitpunkt: jedes Jahr 60 Tage nach dem Ostersonntag
Mhd. vronlichnam, ‚Leib des Herrn‘, lat. Corpus Christi, der (in der geweihten Hostie anwesende) Leib Christi. Das Fronleichnamsfest, jetzt ‚Hochfest des Leibes und Blutes Christi‘, ist meist verbunden mit einer Prozession; gefeiert am 2. Donnerstag nach Pfingsten; 1264 durch Urban IV. allgemein eingeführt.

Mariä Himmelfahrt
Zeitpunkt: jedes Jahr am 15. August
Das älteste Marienfest des Christentums gilt der Himmelfahrt der Mutter Jesu. Diese ist so in der Bibel allerdings nicht erwähnt. Die Jünger Jesu haben der Legende nach das Grab der Gottesmutter Maria geöffnet und fanden darin nicht mehr Marias Leichnam, sondern nur noch Blüten und Kräuter.

Im 5. Jahrhundert feierte man den ‚Tag der Gottesmutter‘ in Jerusalem. Vom Konzil von Ephesus wurde Maria 431 als ‚Gottesgebärerin‘ anerkannt. Ende des 6. Jahrhunderts schrieb der byzantinische Kaiser Maurikios (582-602) dieses Fest bindend vor. Mitte des 7. Jahrhunderts wird es in Rom am 15. August gefeiert. 813 wurde das Marienfest in Deutschland eingeführt. Die Himmelfahrt Mariä wurde jedoch erst 1950 durch Papst Pius XII. dogmatisch bestätigt. Der Tag gilt auch als ‚Frauentag‘. In ländlichen katholischen Regionen hat sich zu diesem Fest zusätzliches Brauchtum erhalten.

Mariä Empfängnis
Zeitpunkt: jedes Jahr am 8. Dezember
Am Tag ‚Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria‘ wird der Empfängnis Marias gedacht, die ohne Erbsünde durch ihre Mutter Anna zur Welt kam. Es wird der Geburtstag Marias gefeiert und nicht der von Jesus Christus.
Ursprünglich hieß das Fest ‚Empfängnis der Heiligen Anna‘ (7. Jahrhundert) und fand am 9. Dezember statt. Papst Sixtus IV. änderte den Namen 1476 in ‚Empfängnis der unbefleckten Jungfrau Maria. Die heutige Bezeichnung ‚Mariä Empfängnis‘ erhielt der Tag schließlich 1708.