Planetenpositionen

„Erkennest dann der Sterne Lauf,
und wenn Natur dich unterweist,
dann geht die Seelenkraft dir auf …“
Johann Wolfgang von Goethe, Faust

PlanetenpositionenIn der Geschichte der Wissenschaften zeigte sich immer wieder, dass bedeutende Mathematiker auch gute Astronomen waren (Gauß war Direktor der Sternwarte in Göttingen) und andererseits berühmte Astronomen auch geniale Mathematiker waren. Beispielhaft sind Johannes Kepler oder Isaac Newton.

Offenbar gibt es eine unsichtbare Verbindung zwischen Mathematik und Astronomie. Dieser Tatsache trägt auch das Programm Rechnung.
Dieser Programmteil stellt Ihnen auf einer Sternkarte des Himmelsäquatorbereichs die Position der Planeten, der Sonne und des Mondes zu einem beliebigen Zeitpunkt und deren Bewegung im Laufe der Zeit dar.

Nach dem Programmstart finden Sie in zwei Karten die aktuellen Positionen der sechs mit bloßem Auge sichtbaren Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn und Uranus, die Planeten Neptun und Pluto sowie die Sonne und den Mond eingetragen. Die dargestellten Positionen entsprechen dabei den wahren Positionen der Himmelskörper zu dem eingegebenen Datum.
Sie haben mehrere Möglichkeiten die Darstellungen zu verändern.

Geben Sie unter Tag, Monat und Jahr andere Werte ein und quittieren Sie mit dem Schalter Datum übernehmen, wird der Sternenhimmel zu diesem Zeitpunkt gezeichnet. Mit zwei Schaltern können Sie das aktuelle Datum erhöhen bzw. verringern. Dabei wird voreingestellt um jeweils 1 Tag erhöht bzw. verringert. Die Schrittweite können Sie an dem Rollbalken + 1 Tag einstellen. Als kleinster Zeitraum (Rollbalken ganz links) sind etwa 1 Stunde, als größter Zeitraum 2 Jahre möglich.

Im rechten oberen Fensterbereich finden Sie zehn Markierungsfelder. An diesen können Sie einstellen, welcher der Himmelskörper eingetragen wird und welcher nicht.

Interessant ist die Möglichkeit, den Sternbereich hervorzuheben (er wird invertiert), der ± 1,5 h Rektaszension von der Position der Sonne aus liegt und damit schwer bzw. gar nicht zu beobachten ist, da entweder die Sonne alles überstrahlt oder die Differenz zwischen Aufgangs- bzw. Untergangszeit der Objekte zu den Zeiten der Sonne zu gering ist und die Planeten nur in der astronomischen Dämmerung sichtbar wären.

Simulation der Planetenbewegung
Betätigen Sie den Schalter Simulationsstart, simuliert das Programm die Planetenbewegungen im Laufe der Zeit. Mit einem voreingestellten Zeitabschnitt von einem Tag berechnet das Programm die neuen Positionen und trägt diese in die Sternkarte ein. Diese Animation können Sie wie folgt steuern:

  • Simulationsstart … Start der Animation
  • Stopp!!! … Abbruch der Animation, Neustart setzt an der letzen Position fort
  • Datum übernehmen … Datum wird auf die eingegebenen Werte zurückgesetzt
  • Merkur, …, Mond … Himmelskörper werden aus- bzw. eingeblendet
  • Rollbalken … Länge des Zeitabschnittes von 1 Stunde bis 2 Jahre variieren
  • Unsichtbarkeitsbereich … Ein – und Ausblenden des von der Sonne überstrahlten Bereiches des Sternhimmels
  • Planetenspur zeichnen … Darstellung einer Bewegungsspur

Während der Bewegungssimulation können Sie über die oben genannten Schalter Markierungsfelder, einzelne Objekte … zu- und abschalten.

Zusätzlich können Sie über das Zuschalten der Planetenspur entstehende Planetenschleifen zeichnen lassen. Eine Planetenschleife – eine scheinbare Bewegung – entsteht, wenn die äußeren Planeten auf ihrer Bahn von der Erde überholt werden bzw. die inneren Planeten die Erde überholen.

Hinweis: Zur Erhöhung der Übersichtlichkeit können Sie über die Felder Himmelskörper die nicht interessierenden Planeten wegschalten. Außerdem sollten Sie über den Rollbalken eine Feineinstellung der Darstellungsgeschwindigkeit vornehmen. Ist der Zeitraum zu klein, liegen die Planetenpositionen zu dicht beieinander. Im entgegengesetzten Fall erhalten Sie nur einzelne Punkte, welche die Planetenschleife nicht deutlich genug charakterisieren.

Beachten Sie bitte: Alle verwendeten Gleichungen zur Berechnung der Planetenposition beziehen sich auf das Jahr 2000. Berechnungen vor 1900 oder nach 2100 sind, je weiter diese vom Jahr 2000 entfernt liegen, immer stärker fehlerbehaftet. Aufgrund der hohen Komplexität von Planetenberechnungen mit einer sehr großen Zahl von beeinflussenden Parametern, die heute teilweise nur näherungsweise bekannt sind, ist es nur mit Spezialprogrammen auf Superrechnern möglich, ernsthaft die Positionen der Planeten zur Zeit Keplers oder etwa noch früher zu berechnen.

Sternbild
Ein weiterer Eintrag in der Tabelle der Planeten, neben den rotierenden Äquatorkoordinaten, ist das Sternbild, in dem sich der Himmelskörper befindet.

Die unglaubliche Faszination, die von einem sternenübersäten Nachthimmel ausgeht (im dicht besiedelten Deutschland leider fast nur noch in einem Planetarium zu bewundern), führte schon vor über 5000 Jahren dazu, dass die Menschen in den Sternen Abbilder ihres Lebens, ihres Glaubens usw. suchten. In der Folge wurden schon in Babylonien (3000 Jahre v.u.Z.) Sterne zu Gruppen, d.h. zu Sternbildern zusammengefasst. Sternbilder, in denen sich die Sonne im Laufe eines Jahres aufhielt, erhielten eine besondere Bedeutung und bildeten den sogenannten Tierkreis. Während im alten Ägypten die Ekliptik in 36 Dekane unterteilt wurde und die chinesische Astronomie 28 „Häuser“ kannte, setzten sich in Europa die altbabylonischen 12 allgemein bekannten Tierkreis-Sternbilder von Widder bis Fische durch. Unabhängig davon, ob man an astrologischen Humbug glaubt oder nicht, kennt wohl jeder sein „Geburtssternbild“. Wer aber weiß, wie es wirklich am Sternhimmel aussieht?

Tragen Sie Ihr Geburtsdatum ein und bestätigen Sie mit Datum übernehmen, so erhalten Sie die Planetenpositionen zum Zeitpunkt Ihrer Geburt.

Wichtiger Hinweis
Sollten Sie z.B. am 4. März geboren sein, so sind Sie natürlich Sternbild „Fische“. Oder vielleicht doch nicht?!

Die Einteilung der Sternbilder geht auf die babylonische Astrologie zurück und hat mit der astronomischen Realität praktisch nichts zu tun, da es in Wirklichkeit 13 (!) Tierkreis-Sternbilder gibt.
Die Sonne befindet sich nur kurze Zeit im Sternbild Skorpion und bewegt sich dann in den Schlangenträger, das 13. Tierkreis-Sternbild.

Da diese Einteilung aber vor über 2000 Jahren durch die babylonischen Astronomen vorgenommen wurde, hat sich infolge der Präzession der Erdachse in den letzten 2000 Jahren der Frühlingspunkt um 30° und damit die Lage der Tierkreiszeichen um etwa ein Sternbild verschoben.

Dies bedeutet, dass Sie astronomisch gesehen als am 4. März Geborener ein Wassermann sind! Und deshalb steht in der Karte die Sonne auch im Wassermann. Dies ist kein Programmfehler!
Anfang des 21. Jahrhunderts befindet sich die Sonne zu folgenden Zeiten in den Tierkreis-Sternbildern:

Widder 17.4.-10.5.
Stier 11.5.-20.6.
Zwillinge 21.6.-21.7.
Krebs 22.7.-12.8.
Löwe 13.8.-16.9.
Jungfrau 17.9.-27.10.
Waage 28.10.-21.11.
Skorpion 22.11.-27.11.
Schlangenträger 28.11.-17.12.
Schütze 18.12.-21.1.
Steinbock 22.1.-18.2.
Wassermann 19.2.-11.3.
Fische 12.3.-16.4.