SETI

Radiobotschaft SETISearch for Extraterrestrial Intelligence (englisch: Suche nach extraterrestrischer Intelligenz, kurz SETI) ist die Suche nach außerirdischen Zivilisationen. Seit 1960 werden wissenschaftliche Projekte betrieben, die unter anderem den Radiobereich des elektromagnetischen Spektrums nach möglichen Anzeichen und Signalen technischer Zivilisationen im All untersuchen.

1974 wurde die erste SETI-Radiosignalbotschaft mit dem Radioteleskop in Arecibo/Puerto Rico in Richtung des aus ca. 1 Million Sternen bestehenden Kugelsternhaufens M13 im Sternenbild des Herkules gesendet, die dieses System nach 21000-27000 Lichtjahren erreichen wird.

Die Nachricht hatte eine Sendelänge von drei Minuten und enthielt eine mit 1679 Pulsen binär codierte Nachricht mit Informationen zu unserer Zivilisation und dem Leben auf der Erde. Es lässt sich entschlüsseln, indem zu erkennen ist, dass 1679 das Produkt der Primzahlen 23 und 73 ist. Werden die Impulse in einem Rechteck von 23 mal 73 Pixel aufgetragen, so ergibt sich das folgende Bild mit seinen Bedeutungen:

1.) Zahlen von 1-10 im Binärcode

2.) Ordnungszahlen der chemischen Elemente: Phosphor, Sauerstoff, Stickstoff, Kohlenstoff und Wasserstoff, die für den Aufbau organisch-biologischer Verbindungen notwendig sind.

3.) Verhältnisse von Zuckern, Phosphaten und Nukleotiden in der DNA-Struktur

4.) Aufbauschema der DNA-Doppelhelix

5.) stilisiertes Abbild eines Menschen mit Größenangabe der Weltbevölkerung und durchschnittlicher Körpergröße eines Menschen

6.) Aufbau unseres Planetensystems

7.) stilisiertes Abbild des Arecibo-Teleskops mit Abstrahlungsskizze der Radiowellen

Wow-Signal1977 entdeckt das staatliche Radioteleskop der Ohio State University BIG EAR das spektakuläre „Wow-Signal“. Es gilt als das bis zu diesem Zeitpunkt stärkste detektierte Signal mit unbekannter Herkunft und wiederholte sich nicht.
Heutige Annahmen gehen von einem irdischen Ursprung der Radiowellen von einem Satelliten aus. Seinen Namen „Wow“, bekam die Begebenheit, weil der Forscher, der den Signalausschlag zuerst auf dem Papierstreifen entdeckte, „Wow!“ an den Rand des Auswertungsbogens schrieb.

1997 wurde das Science-Fiction-Buch „Contact“ von Carl Sagan verfilmt. In dem sensationellen Film sucht Jodie Foster als Astronomin Ellie Arroway nach außerirdischen Signalen (SETI) und findet diese:


Filmszenen:
Erster Kontakt
Ellie Arroways Raumflug.

Drake-Formel

Die Drake-Formel gibt eine Abschätzung der Zahl der gegenwärtig in der Galaxis vorhandenen kommunikationswilligen Zivilisationen:

N = R* •  fp • ne • fl • fi • fc • fw • L

Dabei bedeuten die einzelnen Variablen (Angabe erfolgt mit optimistisch geschätzten Idealwerten):

N = die Zahl der gegenwärtig vorhandenen kommunikationswilligen und
kommunikationsfähigen Zivilisationen in der Galaxis; bei den angenommenen Idealwerten errechnet sich eine Anzahl von 4500 Zivilisationen.

R* = die Anzahl der in der betrachteten Galaxis pro Jahr neu entstehenden Sterne. Sie wird mit ungefähr 10 angenommen, wobei die Zahl für Leben geeigneter Sterne im mittel auf 0,15 pro Jahr geschätzt wird (0,005 bis 0,5)

fp = gibt den Prozentsatz der Sterne an, bei deren Entstehung ein Planetensystem mit gebildet wird, die Wahrscheinlichkeit wird im Mittel mit 0,3 angenommen (0,3 bis 1)

ne = die Zahl der Planeten, die sich  in der Ökosphäre des Zentralsterns befinden, also von diesem die richtige Entfernung haben und groß genug sind, um Leben zu tragen. Hier wird der mittlere Wert auf  0,2 angenommen, wobei einzelne Autoren mit ihren Annahmen im Bereich von  0,05 bis 1 schwanken.

fl =  die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Leben, also der Prozentsatz der Planeten, auf denen tatsächlich Leben entsteht. Der angenommene Wert beträgt 0,5 und der Schwankungsbereich wird mit  0,01 bis 1 angegeben.

fi = die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Intelligenz, d.h. der
Prozentsatz der Planeten, auf denen sich Lebensformen zu ‚intelligenten‘ Wesen entwickeln. Der angenommene Wert liegt hier bei 1 mit einem Schwankungsbereich von  0,5 bis 1.

fc =  die Wahrscheinlichkeit für Zivilisationen, die sich technologisch soweit entwickeln, dass sie interstellare Kommunikation betreiben können; sie wird im Mittel ebenfalls auf 1 geschätzt und hat den Schwankungsbereich von 0,5 bis 1.

fw = die Wahrscheinlichkeit für den Wunsch nach Kommunikation; sie wird idealer Weise mit 1 angenommen.

L = die Lebensdauer einer kommunikationsfähigen Zivilisation, d.h. die Zeit, in der eine technologisch fortschrittliche Zivilisation existiert und Signale senden und empfangen kann. Sie wird idealer Weise mit 10 Millionen Jahren angenommen und hat den Schwankungsbereich von 100 bis 10 Milliarden Jahren.